Kaum eine Phase in der Motorsportgeschichte hat soviel ungläubiges Staunen und Bewunderung hervorgerufen, wie die Zeit der Gruppe B im Rallyesport. Die Piloten und Pilotinnen wurden zu Helden und Heldinnen, ihre "Streitwagen" umgaben ein Hauch von Gefahr und die Aura technologischer Masslosigkeit. Triumphe und Tragödien, Sternstunden und Katastrophen. Ein Stoff aus dem Mythen und Legenden entstanden sind. Viele Geschichten aus dieser Zeit führten zum Kultstatus.
Anfang der 80er Jahre befand sich die internationale Automobilsportbehörde FISA mit ihrem Präsidenten Jean-Marie Balestre mitten in einem Machtkampf mit der FOCA, dem Verband der Formel 1 Konstrukteure und dessen Exponenten Bernie Ecclestone und Max Mosley. Nach der Einführung der Turbotechnik in der Formel 1, Ende der 70er Jahre, durch die FISA fühlten sich einige etablierte Teams, die noch mit Saugmotoren an den Start gingen, benachteiligt und suchten permanent nach Lücken im Reglement, um auf diesem Weg mit den "zwangsbeatmeten", und seit Ende 1981 auch zuverlässigen, Turbo-Boliden mithalten zu können.
Wenn man die finanzielle Bedeutung der Formel 1 für die FISA berücksichtigt, ist es nachvollziehbar, dass man den neuen Reglementen ab 1.1.1982 für die Gruppe A und insbesondere die Gruppe B im Rallyesport von der FISA aus von Anfang an nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die sie benötigt hätten.
Gemäss Gruppe B Reglement mussten von einem Fahrzeug innert 12 Monaten 200 Exemplare gebaut werden, damit es für den Wettbewerbseinsatz zugelassen wurde. Das heisst, die Fahrzeughersteller waren, nur schon aus rein finanziellen Gründen, gezwungen diese Fahrzeuge in den öffentlichen Verkauf zu bringen. Ebenfalls wurden aus der 200er Auflage abgeleitete Evolutionsmodelle zugelassen, die in einer Stückzahl von lediglich 20 Exemplaren gebaut werden mussten.
Im Laufe des Jahres 1982 wurde zwischen den Fahrzeugherstellern und der FISA verhandelt welche Bestandteile der Fahrzeuge aus der 200er Auflage für den Wettbewerbseinsatz verändert werden durften. Dies ist auch mit ein Grund, weshalb im Rallyesport in der Saison 1982 noch kaum Gruppe B Fahrzeuge zum Renneinsatz kamen. 28 Fahrzeugtypen wurden 1982 für die Gruppe B homologiert, der Löwenanteil davon waren keine Neuentwicklungen sondern Neuhomologierungen von Fahrzeugen der Gruppe 2, Gruppe 3 und Gruppe 4.
Audi machte zu der Zeit Versuche mit kürzerem Radstand, um dem, auf Asphalt bisher unterlegenen, quattro eine bessere Wendigkeit zu verleihen. Parallel dazu entwickelte Dr. Fritz Indra, zuvor bei Alpina für die Entwicklung von Turbomotoren zuständig, den 4-Ventil Aluminiummotor.